By Otto Borst

ISBN-10: 3458322132

ISBN-13: 9783458322139

Booklet by way of Borst, Otto

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The gathering of papers during this specific quantity talk about matters and demanding situations which are pertinent in realizing present-day strikes and traits within the use of languages within the African contexts. The volume’s significant asset lies within the range of subject matters, the diversity of languages and the African geographical parts coated.

Stefan Toepler's Kulturfinanzierung: Ein Vergleich USA — Deutschland PDF

Wenn staatliche Gelder für kulturelle Aufgaben ausgegeben werden sollen, meldet sich recht schnell die "Öffentlichkeit" zu Wort und erhebt Einwände. Meist wird dann die Frage gestellt, ob das zu Finanzierende eigentlich Kultur sei und ob diese kulturelle Aktivität vom öffentlichen Geldregen profitieren solle.

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Das Porträt ist denn auch das höchste und eigentliche Geschenk dieses Jahrhunderts. Die Tatsache, daß das Mittelalter der individuellen Eigensprache des künstlerischen Ausdrucks nicht jene Bedeutung beimißt, wie das heutige Zeit tut, die vielzitierte mittelalterliche Furcht vor der Originalität hat jüngst zur lapidaren Feststellung verführt, »daß es in der mittelalterlichen 43 Malerei kein Porträt gibt« (A. J. Gurjewitsch). In Wirklichkeit hat man sich in der bildenden Kunst vergleichsweise früh dem Individuum genähert.

Johannes Gerson, seit 395 Kanzler der Sorbonne, hat sich scharf gegen einen Forschungsgeist gewandt, der die Natur in ihren letzten Geheimnissen ergründen will. Gott bleibt der König. Die Theologie bleibt die Herrin. Dem Menschen bleibt Gotteslob und Gottesdank. Wo die Welt ihm äußere Güter versagte, erschloß sie ihm im Inneren unendlichen Reichtum. Es ist diese mittelalterliche Innerlichkeit und Weltabwendung, die Heinrich von Laufenberg die Verse hersagen lassen: Ich wölt daz ich do heime wer vnd aller welte trost enber, Ich mein doheim in himelrich, do ich got schowet ewenclich.

Wo immer denkbar und statthaft, werden die Menschen auf den Holztafeln und Leinwänden festgehalten, wie sie sind, in ihrem Leben, ihrem Alltag. Im 5. Jahrhundert nimmt die Arbeitsthematik immer mehr Raum ein, man kann geradezu »von einem Einfall der Arbeitsthematik in die darstellende Kunst dieser Zeit reden« (V. Husa). Die Innenseite, um nicht zu sagen die Kehrseite des Daseins kommt zum Zug. Als um 476 in Regensburg ein armer Wicht, aus welchen Gründen auch immer, die konsekrierten Hostien stiehlt und sie aus einer silbernen Pyxis in den Keller eines Hauses wirft, nimmt sich sogleich, nachdem der Dieb ergriffen und die Hostien feierlich eingeholt worden waren, ein Maler des Frevels an: das alles ist eine Art Bildreportage, undenkbar für die hohe Zeit des Mittelalters, das Haus mit seinem gotischen Erker, mit den Fensterläden und Butzenscheiben, die gepflasterte Gasse, das gaffende Hündlein, die Männer und Frauen auf den Beinen, der Blick durch die offenstehende Türe in das Interieur eines Bürgerhauses: eine deutsche Stadt, wie sie damals wirklich war.

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Alltagsleben im Mittelalter by Otto Borst


by Kenneth
4.1

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